Neustart in der Bonbonkocherei
Süße Schlagzeilen
Heike und Hermann Hinrichs übergeben Geschäft in Eckernförde an Nachfolger
Eckernförde. Als Heike und Hermann Hinrichs im April 2006 ihre Bonbonkocherei eröffneten, sind sie ein hohes Risiko eingegangen. „Wir wussten nicht, wie die Idee ankommen würde“, sagen sie im Rückblick. Ihr Wagnis wurde belohnt: Sie schufen ein Wahrzeichen Eckernfördes, einen Publikumsmagneten, ohne dessen Besuch kein Gast der Stadt wieder nach Hause geht. Doch nach 18 Jahren ist für sie jetzt Schluss.
Heike und Hermann Hinrichs haben die Bonbonkocherei zum 1. Januar übergeben und in Fabian Hasert einen Nachfolger gefunden, dem sie zutrauen, das Unternehmen würdig weiterzuführen. Der 42-Jährige ist gebürtiger Eckernförder, ging im Ostseebad zur Schule und zur Marine, lebt in Bohnert und hat 21 Jahre lang als Geschäftsführer und Teilhaber des Medizinprodukteherstellers MPG&E in Bordesholm gearbeitet.
Eckernförde. Als Heike und Hermann Hinrichs im April 2006 ihre Bonbonkocherei eröffneten, sind sie ein hohes Risiko eingegangen. „Wir wussten nicht, wie die Idee ankommen würde“, sagen sie im Rückblick. Ihr Wagnis wurde belohnt: Sie schufen ein Wahrzeichen Eckernfördes, einen Publikumsmagneten, ohne dessen Besuch kein Gast der Stadt wieder nach Hause geht. Doch nach 18 Jahren ist für sie jetzt Schluss.
Heike und Hermann Hinrichs haben die Bonbonkocherei zum 1. Januar übergeben und in Fabian Hasert einen Nachfolger gefunden, dem sie zutrauen, das Unternehmen würdig weiterzuführen. Der 42-Jährige ist gebürtiger Eckernförder, ging im Ostseebad zur Schule und zur Marine, lebt in Bohnert und hat 21 Jahre lang als Geschäftsführer und Teilhaber des Medizinprodukteherstellers MPG&E in Bordesholm gearbeitet.
„Es war mein Herzenswunsch, wieder in Eckernförde zu arbeiten und etwas zu machen, womit ich Menschen fröhlich mache“, sagt Hasert. Als er über einen befreundeten Unternehmensberater davon erfuhr, dass Heike und Hermann Hinrichs einen Nachfolger suchen, sei er hellhörig geworden. Der Vater zweier Kinder war selbst jahrelang Kunde der Bonbonkocherei und habe sie als überaus kundenfreundliches Unternehmen kennengelernt.
„Es gibt wenig Sachen, mit denen man Menschen so glücklich machen kann wie mit Süßigkeiten.“
Fabian Hasert
neuer Inhaber der Bonbonkocherei
Am 15. April 2006 eröffneten Heike und Hermann Hinrichs ihre Bonbonkocherei eröffnet. Zwei Jahre lang hatten sie die ehemalige Räucherei in einem Hinterhof der Frau-Clara-Straße umgebaut. „Wir haben drei Tage vor der Eröffnung vor Nervosität nicht mehr schlafen können“, erzählt Heike Hinrichs. Doch dann kam der große Tag, ein Ostersamstag, und alle Befürchtungen lösten sich in Wohlgefallen auf. Schon um 10.30 Uhr zählten sie 1800 Gäste.
Der Rest ist Erfolgsgeschichte: Das Konzept mit täglich zwölf bis 15 Vorführungen zur Herstellung von klassischen Bonbons war deutschlandweit einzigartig. Die Bonbonkocherei wurde so erfolgreich, dass Angebote aus der ganzen Welt kamen. Chinesen, Araber, Amerikaner – alle wollten das Konzept oder besser gleich den ganzen Laden inklusive Heike und Hermann Hinrichs importieren. „Uns wurde zum Teil so viel Geld geboten, dass wir kurz überlegen mussten“, so Hermann Hinrichs. „Aber uns war immer klar, dass der Laden klein und vor allem hier in Eckernförde bleiben muss. Wir wollten nicht unsere Seele verkaufen.“
Die Ministerpräsidenten Torsten Albig und Daniel Günther kamen zu Besuch, sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber nicht an die Prominenten erinnern sich die beiden am liebsten, sondern an die ganz normalen Begegnungen: an den Vater, der jeden Sonntag auf seinen Spaziergängen mit seinen Töchtern vorbeikommt; an den behinderten Jungen, dessen Höhepunkt jedes Jahr im Urlaub der Besuch der Bonbonkocherei ist; an die ältere Dame, die eigentlich gar nicht naschen darf, aber immer auf einen Schnack vorbeikommt. Heike Hinrichs: „Das sind Begegnungen, die zu Herzen gehen.“
Heike und Hermann Hinrichs mit ihrem Entschluss, ihr Unternehmen zu verkaufen, im Reinen: „Unsere Kinder haben ihre eigenen beruflichen Wege eingeschlagen und wollten das Geschäft nicht weiterführen.“ Deshalb habe es mit Fabian Hasert genau gepasst. „Er ist aus demselben Holz geschnitzt wie wir – und er kommt aus der Region. Ihm konnten wir mit gutem Gewissen unser „viertes Kind“, die Bonbonkocherei, übergeben.“ Und dankbar seien sie für diesen besonderen Lebensabschnitt: „Wir konnten jeden Tag machen, was wir wollten.“
Mit ihren 61 und 63 Jahren haben sie ihren Ruhestand nun etwas vorgezogen. „Jetzt lerne ich das Gehen“, sagt Heike Hinrichs. „Bisher sind wir immer nur gerannt.“ Fabian Hasert hat alle 41 Mitarbeiter – von der Schüleraushilfe bis zur Reinigungskraft – übernommen und verspricht: „Es läuft zu 100 Prozent weiter wie bisher. Warum sollte ich auch ein gut funktionierendes System ändern?“
Quellenangabe und Copyright:
02.03.2024 | Arne Peters | Eckernförder Nachrichten
https://www.kn-online.de/lokales/rendsburg-eckernfoerde/bonbonkocherei-in-eckernfoerde-verkauft-neuer-betreiber-kommt-aus-region-7WJYOIUTTNAEXNIV6TFCIZYYGE.html